Ferieneingewöhnung oder: Wo bitte geht’s denn hier zum Abenteuer?

Was haben wir hier drauf gewartet: Ferien, endlich frei! Keine Schule, keine Hausaufgaben, lange schlafen, spielen, machen, wozu man Lust hat.

Okay, soweit die Vorstellung.

Und dann beginnt sie, die Realität. Um 6 Uhr ist der Große, der in den letzten Wochen mit Engelsgeduld um 7 Uhr aus dem Bett geredet werden musste, hellwach. Ferien! Machen, was ich will. Und dann trifft er sie in seinem Zimmer, die Ernüchterung. Er sitzt da, schaut sich um. Im Gegensatz zur Familie putzmunter. Er könnte lesen. Oder was mit Lego bauen. Wie ist das Wetter, können wir den Pool aufbauen? Mama, wie wäre es mit einer Runde Kniffel? Machen wir eine Radtour? Unbegrenzte Möglichkeiten. Allerdings ist die Diskussionsbereitschaft der Eltern um diese Zeit – zurückhaltend. So viele Möglichkeiten. Aber es fühlt sich alles nicht nach Ferien an. Dieses Gefühl von Freiheit, Faulenzen. Es stellt sich einfach nicht sofort ein. Alles ist langweilig, doof, kennt er schon. Wo bitte geht’s denn jetzt zum Abenteuer?

Im Zimmer nebenan wird der kleine Bruder wach. Erster Gedanke: Ich habe Ferien. Kurze Nachfrage: „Mama, wann ist wieder Kindergarten, ich wollte doch noch mein Buch zeigen?“ Vorsichtige Antwort: „Die Kindergartenzeit ist doch jetzt vorbei, wir können deine alte Gruppe nach den Ferien mal besuchen…“ Und jetzt trifft der Kleine sie in seinem Zimmer, die Erkenntnis. Er ist jetzt kein kleines Kind mehr. Er wird bald ein Schulkind sein. Heute geht er das erste Mal in eine Ferienbetreuung, mit Kindern, die er noch nicht kennt, wie ein Großer. Yippieh! Er kramt seinen Rucksack hervor, schnell, Verpflegung rein, wir fahren mit dem Fahrrad, dem größeren mit Gangschaltung, dass er just von seinem Bruder übernommen und gegen das Kinderrad getauscht hat. Groß, groß, er ist endlich groß. Dieser Duft von Freiheit!

Im elterlichen Schlafzimmer schauen vier müde Augen auf den Wecker. Es ist 6.15 Uhr. Da war doch was? Ach ja, Ferien. Warum haben wir unseren Urlaub nicht auf die ersten drei Wochen der Sommerferien gelegt, dann könnten wir uns auch gerade auf Langeweile und Abenteuer freuen. Stattdessen der erste Gedanke: Warum so viele Worte vor dem Weckerklingeln? Ach nein, der klingelt ja heute für die Kinder gar nicht. Dafür scheppert neben meinem Ohr der Kniffel-Würfelbecher. „Eine Runde, Mama?“ Ich kann nicht würfeln, bevor ich den ersten Kaffeebecher gehalten habe. Äh, ich meine geleert habe.

8.30 Uhr. Der Große, der noch vor einer Stunde absolut keine Lust auf Ferienbetreuung hatte, hört Musik, tanzt, macht sich fertig. Er will jetzt schnell los, seine Freunde warten. Das ‚Du-hast-noch-Zeit‘ hört er nicht mehr, ihm ist eingefallen, wie Ferien gehen. Dass er diese Woche durch die Natur streifen wird, mit Freunden über Felder und durch Wälder toben wird. Ohne große Vorgaben. Einfach mit Spaß, Lachen, matschigen Füßen oder verstaubtem Gesicht.

Der Kleine hat seinen Fahrradhelm an und wartet nur drauf, mich abzuhängen. „Los Mama, es sind Ferien. Ich fahr‘ nicht mehr wie ein Kleiner zur Kita.“ Groß, groß, er ist groß. Wann radeln wir denn endlich los ins Abenteuer?

Wir Eltern nicken uns stumm zu, bereiten uns auf unseren Alltag vor. Noch drei Wochen. Dann haben wir Urlaub. Mal sehen, wie lang unsere Eingewöhnungszeit dauern wird.

Endlich Schule. Und jetzt?

Warten ist nicht gerade meine Stärke. Und nachdem der jüngere Sohn keinen Platz an der gleichen Grundschule wie der ältere bekommen hatte, war ich zappelig. Ich beschloss, wegen des Betreuungsplatzes – in Bonn Offene Ganztagsschule, kurz OGS genannt – beim Träger nachzufragen. Und bekam die glückliche Nachricht: Wir haben auch für den zweiten Sohn einen Platz.

Ein OGS-Platz, das bedeutet, das Kind ist nach Schulschluss betreut. Es gibt ein gemeinsames Mittagessen und die Hausaufgaben werden dort gemacht. Ab 15 Uhr bis 16.30 Uhr können die Kinder abgeholt werden. Zudem gibt es je nach Schule beispielsweise sportliche oder kreative AG-Angebote.

Ein Gespräch mit zwei befreundeten Müttern, deren Kinder jetzt auch eingeschult werden, machte mir noch einmal deutlich, wie froh ich über den Platz sein kann – ihre Kinder wurden abgelehnt. Denn im Gegensatz zum Rechtsanspruch bei der Kita gibt es nichts Vergleichbares an der Schule. Und Schulschluss ist in den ersten zwei Jahren meist um 11.30 Uhr. 11.30 Uhr. Mit welchem Job soll das vereinbar sein?

Als unser Ältester ein Jahr alt war, wollte ich wieder in den Job einsteigen. Mein Mann hatte schon im ersten Jahr Stunden reduziert, so dass ich Kontakt halten und freiberufliche Aufträge annehmen konnte. Bei der Suche nach einer Tagesmutter dachten wir ganz naiv, puh kompliziert. Aber wenn das einmal geregelt ist…

In Wahrheit wurde hier schnell deutlich – auch im Kontakt mit anderen Eltern: Unsere Tagesmutter war die einfachste und flexibelste Lösung, die wir je finden sollten. Schon bei der zweiten, die wir besuchten, stimmten Bauchgefühl und alles drum herum. Wir konnten unsere Kinder tageweise bringen, mussten nur die betreuten Stunden zahlen, keinen Pauschalbetrag.

Mit 3 Jahren dann der Wechsel in die Kita: Es war zufällig ein 35-Stunden-Blockplatz frei. Das hieß damals: Vormittags bis 12 Uhr, dann hätte das Kind nachmittags von 14 bis 16 noch einmal kommen können. Da der zweite Sohn gerade geboren war, für uns machbar – und im Sommer darauf konnten wir auf einen regulären Platz aufstocken.

Dann kam die Schul- und Betreuungssuche. Schon bei der Anmeldung wurden wir darauf hingewiesen, wie schwer die Platzvergabe sei. Dass man sich ggf mit anderen Eltern organisieren sollte, wenn man keinen bekäme. Für hin und wieder eine gute Idee, aber als dauerhafte Lösung? Das ist bis heute keine wirkliche Alternative, doch für Eltern, die keinen Platz bekommen, notwendiger Alltag.

An unseren beiden Schulen gibt es von Eltern organisierte Übermittag-Vereine. Das heißt, die Kinder werden dort bis 14 Uhr ehrenamtlich betreut, aber ohne Hausaufgaben und ohne Mittagessen. Es sind tolle Einrichtungen und das Engagement der dort Aktiven ist großartig. Aber für uns hätte diese Lösung zeitlich nicht gereicht. Und auch hier gilt: Die Plätze sind beschränkt.

Sowohl der Ehemann als auch ich sind ehrenamtlich in Schule und Kita aktiv. Wir haben auf unterschiedliche Weise Einblick in die Platzvergabe. Und wir haben festgestellt, wie schwer sich auch die Einrichtungen mit den Absagen tun. Aber es gibt nun mal Kriterien, nach denen sie sich richten müssen: Berufstätigkeit, alleinerziehend, Geschwister etc..

Das Problem sind nicht die Träger, sondern die politische Situation. In der Politik sind Kitaplätze das Thema. Mit dem Ausbau, dem dort investierten Geld, posiert man gern. Der Ausbau ist wichtig und notwendig. Aber es ist eben nur ein Baustein. Und so kommt es mir vor, als baue man hier im Bildungs- und Betreuungswesen ein Haus, nur leider ist nach dem Erdgeschoss das Geld weg. Und außerdem habe man überhaupt vergessen, weitere Stockwerk einzuplanen. Und natürlich gar nicht berücksichtigt, wie viele Personen einziehen sollen.

Die Aufgaben der Mitarbeiter an den OGSen werden immer größer. Mehr Kinder suchen einen Platz, Inklusion sollte eigentlich nicht nur vormittags ein Thema sein und Betreuung qualifiziert, keine Verwahrung. Das ganze dann aber mit wenig Personal bzw. Geld.

Wenn jetzt wie in NRW Landtagswahlen oder im September Bundestagswahlen sind, dann ist das die richtige Gelegenheit, mal bei seinen Kandidaten die Schul- UND Betreuungspolitik an Schulen zu hinterfragen. Und Forderungen zu stellen.

Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, der Kitaausbau ist wichtig – aber was nützt er, wenn man drei oder vier Jahre später beim Thema Schule und Betreuung von Stadt/Kommunen gesagt bekommt: Das ist nicht unsere Aufgabe, dafür gibt es keinen Rechtsanspruch, da machen wir nichts? Und auf die finanzielle Ausstattung gehe ich gar nicht erst weiter ein…

In den meisten Fällen sind es wieder die Frauen, die zurückstecken. Ihren Job aufgeben, kürzer treten, nicht wieder einsteigen (können). Aber betroffen sind die Familien insgesamt und vor allem die Kinder, und um die geht es doch. Gute, qualifizierte Betreuung endet nicht nach der Kita. Und übrigens auch nicht unbedingt direkt nach der Grundschule. Was Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht, ist Weitsicht über plakative Themen hinaus und langfristige Planungen.

Melancholie

Nur noch wenige Wochen, dann sind Ferien. Ferien, das heißt frei haben, keine Verpflichtungen, verreisen, Füße in die Nordsee tauchen, in den Tag hinein spielen, lesen, sich auch mal langweilen. Durchatmen, bevor etwas Neues startet. „Nach den Ferien bin ich ein Vorschulkind“, verkündest du, der Kleine, mir stolz. „Ja, und dann wirst du im Herbst schon 6 Jahre alt“, füge ich mit einem Seufzen hinzu. Der Kleine. Vorschule. Schule. 6 Jahre.

Du hast daraufhin die Monate an deinen Fingern abgezählt. Nur zwei Monate nach Ferienende ist dein Geburtstag. Und voller Vorfreude hast du begonnen, deinen ersten Wunschzettel zu schreiben.


Bisher hast du sie gemalt oder geklebt. Du wirst groß, mein Kleiner. Das ist toll zu sehen. Und dennoch ist es da, dieses Gefühl von „jetzt schon?“, ein Hauch von Melancholie.

Es wird dir gehen wie mir, das ist das Los der Jüngsten. Während ich leise denke, aber du bist doch mein Kleiner, wirst du die Welt schnell erobern wollen, immer versuchen, mit dem großen Bruder Schritt zu halten, dir alles von ihm abschauen. Das ist eben so, wir Jüngsten wollen nicht hinten anstehen, entwickeln Ehrgeiz, um eben auch an das Regal zu kommen, auf dem die Großen spannende Sachen sichern, um eben auch schnell laufen zu können, um nicht allein im Sandkasten sitzen bleiben zu müssen. Um eben auch bis in die Baumspitze klettern zu können und den tollen Ausblick zu haben, um eben auch lesen und schreiben zu können und so geheime Botschaften zu versenden.

Ich hingegen hätte dich schon als Baby gern noch ein bisschen länger ‚klein‘ gehabt. Noch einmal genießen, alles ganz genau aufnehmen, für mich festhalten. Es war irgendwie klar, du wirst immer der Kleine in diesem Hause sein.

Dabei vermisse ich sie eigentlich nicht, die Baby-Zeit. Das Windelwechseln, Stillen, Tragen. Es war wunderschön und manchmal sehr anstrengend. Aber das haben wir hinter uns, das ist gut so. Deine neue Selbstständigkeit finde ich toll. Dieses allein machen – und es auch können – bedeutet auch wieder neue, schöne Freiräume für uns Eltern. Es ist so spannend zu sehen, wie du dir Sachen erschließt, wie du plötzlich redest und argumentierst. „Er verlässt jetzt die magische Phase, sucht für alles Erklärungen, lässt sich nichts mehr vormachen“, so beschreibt es deine Erzieherin. Es ist klar, du bist kein Kleinkind mehr.

Vielleicht ist es weniger das Vermissen des Vergangenen, als das Wissen, dass die Entwicklung weiter so schnell vorangehen wird. Das wird einem in einzelnen Momenten, zum Beispiel wenn man den Wunschzettel für den 6. Geburtstag liest, klar.

Von mehreren Seiten wurden wir gefragt, ob du nicht vorzeitig eingeschult werden würdest. Du seist schließlich so aufgeweckt, liest jetzt sogar schon, rechnest. Und während dein Vater immer ganz klar wusste, nein, du brauchst noch Zeit zum Spielen, habe ich mich immer gefragt, ob du das eine Jahr noch brauchst oder dich vielleicht doch langweilen wirst (oder ich dich kleiner mache). Um dann festzustellen: ich kann mich auf mein (und deines Vaters) Bauchgefühl verlassen, und darauf, dass du ziemlich genau weißt, was du willst.

Natürlich kannst du schon vieles, aber du willst eben nicht nur der Große sein. Du brauchst noch mehr Spielzeit, weniger Struktur und Druck als es eben Schulkinder haben. Du freust dich jetzt darauf, ein Vorschulkind zu werden, mit allen Priviligien und Pflichten. Aber ohne gleich die großen Verpflichtungen, die Schule bedeuten.

Das wird eine schöne Zeit, eine Zeit, die du als der Große in der Kita genießen wirst. Einerseits Sachen dürfen, die die Kleinen noch nicht können. Andererseits sehen, dass du auch für sie mit da sein, ihnen helfen musst, weil du in diesem einen Jahr endlich mal der Große, das Vorbild, sein wirst.

Es werden einige letzte Male und auch Abschiede anstehen. Und dann wird es auch wieder durchkommen, dieses „jetzt schon“-Gefühl, dieser Hauch von Melancholie. Ich werde mich riesig mit dir über jeden weiteren Schritt freuen, auch wenn ich mir dabei vielleicht hin und wieder mal verstohlen eine Träne wegwische. Klar, bist du ein Großer, mein Kleiner. Das ist gut so, und ich begleite dich – wie deinen Bruder – mit großem Stolz dabei.

Aber vorher machen wir noch ganz alberne, magische, verrückte Ferien. Denn groß werden heißt ja gottseidank nicht, keinen Quatsch mehr zu machen. Zumindest in dieser Familie.

Kein Weihnachten ohne Schaf

Heute Nachmittag werden wir uns das Krippenspiel ansehen. Im dritten Jahr in Folge spielt der Jüngste mit. Für ihn war sofort klar, welche Rolle er übernehmen möchte. Eigentlich die einzige, die für ihn in Frage kommt. Wenn nicht diese, dann gar nicht. So waren weder wir, noch die Gemeindereferentin, die es auch schon als Tradition ansieht, überrascht, als er seinen Wunsch äußerte. Oder besser gesagt, als er ihm Nachdruck verlieh. „Ich bin wieder ein Schaf.“

Die Schafrolle mag für manchen nicht gerade die erstrebenswerteste sein. Für unseren Jüngsten ist sie die einzig wahre. Ohne Schaf kein Hirte. Und was wäre die Weihnachtsgeschichte ohne den Hirten-Teil. Was ihn an der Rolle fasziniert – ganz einfach:  „Ich muss nichts sagen, ich sitze vorne und hab den besten Platz, kann alles sehen.“ 

Es kann so einfach sein. Sich das Leben nicht schwerer als nötig machen. Es einfach genießen. 

Ich wünsche euch wunderschöne, besinnliche Weihnachtstage und Zeit und Ruhe, um sie ausgiebig zu genießen.

Rosa

Ins Glas geschaut

Es ist etwa zwei Wochen her. Der Große kam nach Hause, mit stolz geschwellter Brust. Seine Mannschaft hatte ein Spiel mit 6:0 gewonnen, 5 Tore davon hatte er geschossen. „Mama, kann ich ein paar Zettel haben. Für das schöne-Momente-Glas!“

In zwei Wochen ist das Jahr zu Ende. Zeit der Rückblicke. Im vergangenen Jahr bastelten wir erstmals unseren ganz eigenen. Die Idee stammt nicht von mir, ich habe sie letztes Jahr auf dem Blog Frische Brise von Carola gesehen und wusste, dass ist genau mein Ding, das brauche ich jetzt und hab es in abgewandelter Form nachgemacht.

2014 war für mich ein schwieriges Jahr. Mit Verlusten und unerwarteten Veränderungen. Und kurz vor Silvester stand für mich fest: Das Jahr war komplett mies, kann weg. Dann sah ich das Glas von Carola.

Ich setzte mich mit den Jungs zusammen und wir überlegten, was wir Monat für Monat so erlebt hatten. Alle schönen Momente des Jahres 2014 wollten wir sammeln. Es war unglaublich, was da alles zusammen kam – und woran sie sich erinnerten. Den Anblick der Giraffe im Safaripark, die den Kopf durchs Dachfenster in den Bus steckte. Der erste Stadionbesuch mit Papa. Die Arche, die sie im Kindergarten gebaut hatten. Das Stroh im Urlaub auf dem Bauernhof, das so toll an den Füßen kitzelte. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir eine Glasvase voller schöner Momente zusammen. Und auch mir fielen plötzlich viele wunderbare Augenblicke und Begegnungen ein. Man muss sich nur die Zeit nehmen, sich zu erinnern. Bewusst an die schönen Momente zu denken, gegebenenfalls ein wenig in sich zu suchen. Und dann stellt man staunend fest: Selbst ein eindeutiges Schrottjahr kann schöne, glänzende Seiten haben.

Am Silvesterabend haben wir die Zettel wie Lose aus dem Glas gezogen und uns gegenseitig vorgelesen. Die Jungs fanden es so toll, dass sie es Neujahr direkt wiederholen wollten.

Und jetzt war es der Große nach seinem tollen Fußballtag, der sich und uns erinnerte: Wir wollen uns auch an diesem Silvesterabend 2015 wieder lauter schöne Momente vorlesen. Uns erinnern, gemeinsam über Geschehenes lachen und auf das neue Jahr freuen. Der Große hat schon angefangen, Zettel zu schreiben. Ich werde mir dieses Wochenende mal Zeit nehmen, meine Erinnerungen aufzuschreiben und den Kleinen nach seinen zu fragen. Ich bin mir sicher, wir kriegen das Glas ganz schnell voll.

Mama und Papa gehen aus

Früher, also etwa im Jahr 2 v.K. (ich rechne hier in ‚vor‘ und ’nach Kindergeburt‘), da hatte ich ein klares Bild vor Augen. Sollte ich irgendwann mal Kinder haben, dann würde ich trotzdem regelmäßig mit dem Gatten ausgehen. Abends käme der/die Babysitter/in in die aufgeräumte Wohnung. Während ich noch kurz im Bad etwas Make-up auflege, stellt der Mann noch ein paar liebevoll drappierte Snacks bereit. Die Jungs sind natürlich schon im Schlafanzug und freuen sich unbändig auf ihren Besuch, bevor sie kurz darauf hundemüde einschlafen.

Nun leben wir im Jahr 8 n.K..
Hallo Realität.

Schon Wochen im voraus planen wir einen Termin. Schließlich gilt es Terminkalender von Mann, mir und Babysitterin zeitlich abzustimmen. Am Morgen des Ausgehtags steh ich eine halbe Stunde früher auf, alles muss genau durchgeplant werden. Die Zeit reicht zumindest, um nach dem Frühstück wenigstens alle Tassen und Müslischüsseln wegzuräumen, bevor wir alle aufbrechen. Nicht unbedingt alltäglich.

Der Große ist in der Schule, den Kleinen bringe ich noch in die Kita. Schnell noch was einkaufen, damit wir der Babysitterin zumindest was zu trinken und vielleicht ein paar Kekse anbieten können. Dann schnell zum Bahnhof.
Im Zug nutze ich die Zeit, dem Mann die Wegbeschreibung zum Date zu schicken, der Babysitterin die neue Hausnummer nach Umzug mitzuteilen. Dann muss ich zu einem beruflichen Termin und bin froh, dass es Kaffee gibt. Das eigene Frühstück hab ich vergessen. Für mich wirds jetzt was entspannter, ich bin im Arbeitsalltag.

Der Mann übernimmt. An meinem Arbeitstagen macht er mittags Schluss, jetzt ist Papazeit für die Jungs. Nicht ganz, es steht noch ein kurzer Absprachetermin in der Schule an (wer ist noch mal auf die bescheuerte Idee gekommen, dass wir uns ehrenamtlich als Elternvertreter engagieren?). Dann den Großen eingepackt und ab, den Kleinen holen, der heute mit einem Freund zum Spielen verabredet war. Und jetzt natürlich nicht nach Hause möchte.

Der Papa kommt ins Schwitzen, schließlich hätte er die Kinder zumindest gerne zuhause und satt, bevor die Babysitterin kommt. Irgendwie klappt es, aber die Jungs sind erstmal quer. Der Große behauptet eh seit Tagen, er könne nur einschlafen, wenn einer von uns zuhause sei. Und überhaupt, warum wir gleichzeitig ausgehen müssen, gibts denn keine anderen Freunde, mit denen wir allein ausgehen können. Und sie (die Jungs) würden uns ja eigentlich auch nie beide gleichzeitig allein zuhause lassen, meistens wäre doch nur einer von ihnen verabredet und einer bei uns. Die Argumentationskette ist zum Schmunzeln. Wenn man nicht gerade auf dem Sprung ist. Und als die Babysitterin kommt, verstecken sich die Jungs erstmal.

Als der Mann fährt, ist das Eis zwar schon gebrochen. Aber er ist k.o.. Ich bekomme im letzten Moment noch eine kleine Recherche auf den Tisch. Frisch machen in der Bürotoilette? Keine Zeit, die Veranstaltung beginnt pünktlich.

Und dann treffen sich Mann und Frau. Beide geschafft. Müde. Sofa wäre jetzt eigentlich ganz nett. Und ich frage mich nicht zum ersten Mal: Ist es das wert? Dieser zusätzliche Stress im Alltag, der doch oft anstrengend genug ist. Den Mann brauche ich nicht fragen, Ausfallen lassen steht für ihn nicht zur Diskussion.

Beim gemeinsamen Mädelabend erzähle ich also von meinen Bedenken. Lohnt sich das?

Die seit einem Jahr alleinerziehende Freundin fragt nur zurück: „Habt ihr euch – abseits von Organisationskram – noch was zu sagen? Habt ihr noch gemeinsame Interessen – abgesehen von den Kindern? Toll. Dann schaut, dass es so bleibt. Geht aus.“

Keiner hat gesagt, dass Eltern sein und Paar bleiben einfach oder stressfrei ist. Manchmal Meist ist es auch Arbeit.

Wir haben einen Abend lang gemeinsam gelacht, über Themen abseits von Kita und Schule diskutiert, den Stress irgendwann vergessen und waren nur das Paar, dass wir schon in der Zeit v.K. waren.

Der Abend war lang, der nächste Morgen beginnt müde. „Mama, es war so schön, kommt sie bald wieder?“, fragt der Große nach der Babysitterin.

Ja. Auf jeden Fall. Wir stimmen schon die Terminkalender ab.

Ihr Kinderlein kommet

Eigentlich haben wir ja nur Kinder wegen Weihnachten.

Nein, nicht was ihr alle jetzt denkt.

Aber wie das so ist bei den viel beschworenen und beschimpften so genannten Akademikerinnen und Akademikern: Wir hatten gar keinen Lebensplan. Oder gar Familienplan.

Nach dem Studium ging es erst einmal darum, einen Job zu finden. Mehr als eine Freiberuflichkeit mit Zeilengeld. Mehr als eine befristete Stelle. Und immer, wenn mich jemand fragte „Wie sieht es denn mit Kindern aus?“, habe ich das Gleiche geantwortet: „Frag mich in fünf Jahren noch mal.“

Aber Leben passiert halt einfach so. Zum Beispiel war ich plötzlich verheiratet, mit dem Mann, mit dem ich mir einig war, dass wir keinen Trauschein brauchen. Aber hin und wieder funkt das Leben eben dazwischen, wirft noch einen romantisch-melancholischen Moment ein und schwupps antwortet frau nicht nur „Bist du verrückt“ auf die Frage aller Fragen. Sondern schiebt noch ein „Ja“ hinterher.

Und so sind Mann und Frau plötzlich Mitte 30 und verheiratet. Wiedermal läuft ein befristeter Arbeitsvertrag aus. Die Erkenntnis, dass es richtige Sicherheit sowieso nicht gibt, sickert langsam ins Bewusstsein. Die Erkenntnis, dass es richtige und falsche Zeitpunkte sowieso nicht gibt, auch.

Und dann sagte der Mann den entscheidenden Satz. „Also, ich möchte ja mit 50 oder 60 nicht allein unterm Tannenbaum sitzen.“ Kurzes Nachrechnen hatte nämlich ergeben, wenn wir 50/60 sind, werden auch alle Leihneffen und -nichten zu alt sein, um mit uns feiern zu wollen.

Tja, mit Weihnachtswünschen läuft das so, wie ich es auch den Söhnen immer wieder erkläre: Ihr könnt euch alles wünschen. Was davon in Erfüllung geht, müsst ihr abwarten, das liegt nicht in eurer Hand. Wir haben dann einfach mal gewartet. Und gestaunt, was passierte.

Es gab in den vergangenen acht Jahren für uns tatsächlich Geschenke. Zwei Stück. Gut, nicht mit Schleife drum und auch nicht am Weihnachtsabend (gottseidank, K1 machte da ja verfrühte Anstalten, konnte sich aber noch zu drei weiteren Wochen überreden lassen). Aber die schönsten, die wir bekommen konnten. Und mit ihnen ist nicht nur Weihnachten, sondern auch der Advent viel schöner (nicht ruhig oder besinnlich, aber schön).

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Ich wünsche euch allen einen schönen, lauten, leisen, bunten, glitzrigen, kerzenbescheinten 1. Advent.

Living in a Box

4.30 Uhr. „Mama, kannst du mir mein Kuschelkissen geben?“ Nach fünf Minuten verschlafener Suche der leise Hinweis aus dem Hochbett: „Das habe ich eingepackt. In meinem Karton, ganz unten.“ Aaaaah. Glücklicherweise werden Mütter in Ausnahmesituationen als Ersatz-Kuschelkissen akzeptiert.
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Aber so ist das im Umzugsmodus. Das halbe Leben in Kartons, die andere Hälfte noch verstreut um einen herum. Ich habe jetzt einen vergessen geglaubten Ohrwurm: „We are living in a Box“. Wir packen ein, sortieren aus, entrümpeln, schmeißen weg (das bereitet mir am Umzug wahre Freude). Los lassen, weggeben. Das sollte man viel öfter machen. Und man findet.

Alte Liebesbriefe zum Beispiel. Aus Zeiten, bevor man sich per Handy „Brauchen noch Brot“ schickte. Alte Fotos – aus anderen Ländern, anderen Jahrzehnten. Und ich habe einen Brief von mir an mich wieder gefunden, gerade mal drei Jahre alt.

In der Mutter-Kind-Kur kam die Anregung von den Schwestern dort. „Schreiben Sie sich einen Brief, was wollen sie aus dieser Zeit mitnehmen, woran erinnert werden“, sagten sie. Den Brief lagerten sie zusammen mit vielen anderen und schickten ihn nach sechs Monaten ab.

Jetzt liegt er wieder hier. Und erinnert mich an vieles, was ich machen und beachten wollte. Manches funktioniert, manches ist wieder ein bisschen in Vergessenheit geraten oder im Alltag untergegangen. Ein Hinweis von mir an mich kam gerade zum Umzug passend:

„Ich muss nicht alles allein schaffen. Nimm angebotene Hilfe an und frag gegebenenfalls darum.“ Klingt leicht, ist aber alles andere als das für jemanden, der meint, immer alles alleine schaffen und regeln zu können.

Wir leben seit nun fast 11 Jahren in unserer Stadt, in die uns unsere Jobs damals brachten. Wir fühlen uns hier wohl, in unserem Viertel, zwischen Rhein und Siebengebirge. Zwischen „Dorf“ und gut erreichbarer Großstadt. Und wir haben hier mittlerweile eine Infrastruktur, die vieles erleichtert.

Bringst-du-hol ich, ist so ein Fall. Sich mit Eltern absprechen, sich gegenseitig den Alltag erleichtern. Gerade jetzt in unserer Umzugsphase wird mir wieder deutlich, wie wertvoll das ist. Und notwendig.

„Wenn ihr Hilfe braucht, sagt Bescheid. Wir holen die Kinder.“ Den Satz habe ich von meiner Schwester gehört, die mal eben 1,5 Stunden Hin-und Rückfahrt auf sich nimmt, um die Kinder zu beschäftigen, während wir packen, putzen, püngeln. Die Schwiegereltern legen Termine so, dass sie ebenfalls ‚mal eben‘ aus 80 Kilometer Entfernung vorbei kommen, um mit dem Großen zum Fußball oder dem Kleinen zum Sankt Martinszug zu gehen. Und aus Kita und Schule haben mich gleich mehrere angesprochen: „Ruf an, wir nehmen die Jungs. Wir sagen das nicht nur, wir meinen es auch so.“

Und was soll ich sagen… es tut überhaupt nicht weh. Im Gegenteil, es fühlt sich gut an, auf andere zurückgreifen zu können. Sich zu überwinden, anzurufen und zu fragen: Kann der Kleine zum Spielen kommen, während wir hier hämmern und schrauben? Zu wissen, dass man nicht auf die Uhr schauen muss, weil jemand anderes die Kinder beim Sport abholt. Und das jemand vor der Tür stehen wird, der beim Tragen der Kartons hilft.

Ich bin begeistert, wie viel Hilfe wir bekommen. Und sehr, sehr, sehr dankbar.

D A N K E !

Nach dem Umzug schreibe ich den nächsten Brief an mich. Zur Erinnerung an all‘ die Unterstützung. Daran, dass es ganz leicht ist, sie anzunehmen. Und daran, dass ich – wenn nicht unbedingt nötig – vorerst nicht mehr umziehen möchte 😉 .

In diesem Sinne: Schreibt mal wieder! Muss ja kein Brief sein, geht auch per Email.

P.S.: Gesendet aus einem Umzugskarton.

Blickwechsel – oder: Einmal kuscheln mit einem Ewok

Klein, grün und alles andere als kuschelig. Ich stehe im Spielzeugladen vor dem Plüsch-Yoda und denke dran, wie der Jüngste sich freuen würde. Und dass dieses Ding eigentlich häßlich ist, oder als Kuscheltier doch zumindest irgendwie gruselig.

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Und dann sehe ich ihn. Klein, braun und haarig. Mein 30 Jahre alter Traum, der wahr geworden ist. Ein Ewok zum Kuscheln. Die meisten fanden die kleinen Star-Wars-Bären damals ziemlich hässlich. Doch ich träumte von einem Ewok, als an Filmfiguren als Marketingartikel nicht mal zu denken war. Meine Freundin verliebte sich in Luke Skywalker, wie ganz viele andere Mädchen auch. Mir gefiel Han Solo besser, ich hatte aber kein Interesse an der Rolle von Prinzessin Leia. Ich wäre gern als Rebellin ins Ewok-Dorf gezogen, um es gegen das Böse zu verteidigen.

Ich steh also an der Kasse und bezahle das kleine, grüne Ding. Von dem der Jüngste träumt. Es ist überhaupt nicht häßlich. Oder gruselig. Für den Jüngsten ist Yoda weise, lieb und er verteidigt das Gute. Er ist liebenswert – und mit wem, wenn nicht mit ihm, sollte man kuscheliger und beschützter einschlafen?

Das gehört zu den schönsten Dingen, die mir die Jungs ermöglichen. Sich erinnern an den anderen Blick. Manchmal hilft es, in die Hocke zu gehen. Manchmal ist es das Stehen bleiben, weil noch eine Knallerbse am Busch hängt, die laut zertreten werden muss. Manchmal der Besuch eines Spielzeugladens.

Und dann erwische ich mich, wie ich ohne Kinderbegleitung plötzlich mit einem Marienkäfer spreche, der sich ins Büro verirrt hat und den ich mal kurz retten muss. Oder im Park durch einen Laubhaufen hüpfe. So sollte das doch eigentlich viel öfter sein.

Möge der Schlaf mit dir sein, großer Kleiner.

Das Wohnexperiment

Das letzte Mal. Gestern war es das letzte Mal, dass wir unsere Mietkatze mit ein bisschen Überzeugungskraft und viel Trickserei in ihren Katzenkorb lockten und zum Impfen zum Tierarzt brachten. Und es war das erste Mal, dass wir „das letzte Mal“ dachten. Die Zeit im Haus, dass seit 2,5 Jahren unser Zuhause ist, geht zu Ende. Und damit auch unser Wohnexperiment. Aber kommen wir erst Mal zum Anfang.

Als das zweite Kind auch immer größer wurde, war klar, zu viert wird es eng in der alten Wohnung. Hinzu kam eine von fünf Parteien des Hauses, die die Kinder einfach zu laut fand, die auf Kindergetobe am Wochenende vor 10 Uhr morgens mit anonymen Briefen reagierte. Da sich das auch auf unsere Stimmung auswirkte, wir nicht ständig nur „Psst“ sagen wollten, war klar: Wir brauchen langfristig eine andere Bleibe.

Die Wohnungssuche gestaltete sich … sagen wir beschwerlich. Wir wollten gerne in unserem Stadtteil bleiben, hatten uns hier gerade in den vergangenen Jahren eine Infrastruktur aufgebaut, die wir – ohne Familie in der Nähe – nicht mehr missen wollten. Aber die Miet- und erst Recht die Kaufpreise hier entwickeln sich in eine Richtung, dass wir doch in Betracht ziehen mussten ggf ins Umland zu ziehen. Und dann platzte dieses Angebot in unsere Suche: Ein Haus mit Garten, mitten in unserem Stadtteil, bezahlbar. Für drei Jahre, während die Vermieter ins Ausland gehen.

Mit befristeten Stellen hatte ich ja schon Erfahrungen. Und letztlich endete eine in einer unbefristeten Anstellung. Warum also nicht auch mal befristet wohnen? Wir entschieden uns für unser Wohnexperiment. 3 Jahre Zeit, um herauszufinden, was für uns richtig ist. Sind wir Stadtmenschen oder doch lieber Leben auf dem Land? Mietwohnung oder Häuschen im Grünen?

Was soll ich sagen: Das Experiment zeigte schnelle Ergebnisse. Wir wollen nicht weg aus der Stadt. Freunde, Schule, Kita, kurze Wege, ohne Auto klar kommen, der Rhein, die Rheinauen, das Siebengebirge, alles sprach für Stadt. Mal eben in ein Café gehen können, in ein Kino, ein Museum, Ärzte, Geschäfte, Vereine der Kinder fußläufig erreichbar. Wir sind einfach Stadtmenschen. Und deswegen hatte ich diesen Post für Ende des Jahres fest eingeplant, um fürs nächste Jahr auf Wohnungssuche in unserer Stadt zu gehen und euch zu aktivieren. Tadadada.

Doch dann war da dieser Nachbar. Nein, keine Beschwerden, keine Meckerei (obwohl er regelmäßig Bälle bei sich einsammeln muss). Nur die Frage, er wüsste da was, von wegen frei werdender Wohnung inklusive Rasen zum Fußball spielen, kenne die Vermieterin seit ewigen Zeiten etc. pp.
Und dann ging alles ganz schnell: Ja. Ja. Ja. Übereinstimmung auf allen Seiten, mit der Lösung: Vorzeitiger Abbruch. Experiment geglückt. Wir ziehen um, mit unbefristetem Vertrag, nur ein paar Häuser weiter. Oder wie die Jungs neulich ihren Freunden erklärten: Nur ein bisschen weiter hüpfen.

Das ging jetzt alles ein bisschen schnell. Aber nach einem Monat haben sich mein Magen und langsam auch mein Unterbewusstsein daran gewöhnt, dass sich alles ganz schnell weiter dreht. Natürlich mit ein paar Unbekannten. Aber alles zu wissen, alle vorhersehen können, wäre ja auch langweilig. Hier ist es gerade alles andere als das. Planen, organisieren, koordinieren, informieren, recherchieren. Todo-Listen abarbeiten. Letzte Male abhaken. Wie die Versorgung der Mietkatze, von der wir uns nun wieder trennen müssen, denn sie gehört eben zum Haus, also zur anderen Familie. Neues heißt halt auch Abschiednehmen. Aber das wird noch einmal ein anderes Kapitel.